Osterrieder Krippe

Osterrieder, Sebastian (Prof.) Bildhauer, Krippenschnitzer; *19.(20.?)1.1864 Abensberg – †5.6.1932 München, Bismarckstraße 19; in München tätig;

Osterrieder sollte Bäcker werden, nach dem Tode des Vaters Studium an der KGS und an der ABK München bei K. Fischer und in Rom bei J.v. Kopf; Mitglied im RK. Einen um so größeren Erfolg erreichte Osterrieder bekanntlich als Krippenkünstler.

Er war im Auftrag von Prinzregent Luitpold von Bayern im Jahre 1910 im Heiligen Land um Menschen und Gegenden zu studieren. Zum anderen gaben ihm die italienische Krippe vielseitige Anregungen.

An die 100 Figuren wurden von Osterrieder entworfen. Er bildete nach und nach einen gewissen Typ aus, die sogenannte „Osterrieder-Krippe“. Orientalische Landschaft, romantische italienische Ruinenbauten, prächtige Kamele, hochragende Figuren, die an „Doré“ erinnerten.

Seine 20 bis 30 cm großen Figuren hüllte er in farbenfrohe Stoffe. Die Körper wurden um Drahtgestelle geformt und mit einer selbst erfundenen Modelliermasse aus Leim, Gips, Hasenleim und Kreide umgeben. Diese Modelliermasse nannte er den "französischen Hartguß".

In der Regel kaschierte er, mit Leimwasser getränkte Stoffe die Figuren und bemalte diese Bekleidung mit farbenfrohen Farben. Dank dieser Technik konnte er sie außerordentlich detailliert gestalten. Teilweise wurden ihnen Glasaugen eingesetzt, um sie noch "lebendiger" wirken zu lassen. Künstlerisch von Vorteil in der Wirkung war bei aller Vornehmheit eine weise Maßhaltung in der Zahl von Figuren und Tieren.

Osterrieder schuf Krippen für die Dome zu Linz/Österreich, Freising, Luxemburg, Bellerville, Cleveland, Mexiko, Pioria, Uppsala, die Nürnberger Hauptkirchen, Zweibrücken, Paderborn, Altötting, Landshut, die Anima zu Rom und für viele Kirchen und Klöstern.

Bilder unserer Krippe finden Sie hier