Kirche St. Karl Borromäus

Das basilikale Langhaus wird zur Straße hin durch eine mächtige Wand in der Art eines Westwerks abgeschlossen. Die Fassadenwand ist durch Gesimse ausschließlich horizontal gegliedert und trägt zwei kurze Turmstümpfe; ihnen geben die zu Spornen hochgezogenen Ecken ihren besonderen Charakter. Eckquader in Haustein betonen das Wehrhafte der Fassade. Als einziger Schmuck erscheint eine große mittlere Nische, in die in neuerer Zeit ein Mosaik des Kirchenpatrons St. Karl Borromäus eingefügt wurde.

Drei runde Bögen auf kreuzförmigen Pfeilern führen in die Vorhalle, und von dort drei Portale weiter in das Innere der Kirche. Schwere Bronzetüren mit Löwenkopftürgriffen und Ziernägeln schließen den Bau.

Die Längsseiten blieben schlicht; lediglich das Traufgesims wird durch eine Reihe übereck gemauerter Konsolen betont, während die Fenster des Obergadens durch kräftige Keilsteine hervorgehoben sind.

Auf der Ostseite wird die halbrunde Apsis durch zweistöckige Gebäude flankiert, die die Sakristei und die ehemalige Mesnerwohnung bergen. Sie schließen mit Zeltdächern und zeigen zur Seite schlichte Stufengiebel, die mit Vasen besetzt sind. Auch um die Apsis ziehen sich das Gesims aus dreieckigen Konsolen und die durch Keilsteine betonte Fensterreihe. Auf dem Apsisdach sitzt ein kleiner kupferner Glockenständer, der Ostseite etwas mehr Gewicht gebend.

Der Innenraum von St. Karl Borromäus folgt in seinem Typus dem der frühchristlichen dreischiffigen, flachgedeckten Basilika. Das Langhaus mit sieben Jochen schließt an einen durch einen großen Rundbogen abgetrennten Altarraum an, die Seitenschiffe laufen bis zur Ostwand durch. Die Kirche endet in einer halb rund geschlossenen und gewölbten Apsis, die von einem Kranz hochsitzender spitzbogiger Fenster erleuchtet wird.

Mittelschiff wie Seitenschiffe werden durch Holzdecken geschlossen, deren Gestalt bei der Wirkung des Kirchenraums wesentlich mitspricht. Die mächtigen, durch Oberzüge zusätzlich gehaltenen Balken des Mittelschiffs ruhen auf gemauerten Konsolen. Darüber ist in Längsrichtung eine Verbretterung spitzbogig zwischen die Balken eingespannt. Die Decken in den Seitenschiffen bestehen aus roh gelassenen Brettern, die auf den jeweils zu Dreiergruppen zusammengefassten Balken aufliegen. Lediglich das Joch vor dem nördlichen Seitenaltar ist mit einer spitzbögigen Tonne überwölbt.

In das Westjoch ist eine Orgelempore eingezogen. Pfeiler aus gestocktem Beton tragen fünf runde Bögen. Die Pfeilerkanten setzen sich nach oben hin als Grate fort, die die Öffnungen mit spitzen Bögen überwölben, so dass die Front in stumpfen Winkeln gefaltet wird, einem sehr ausdruckstarken Motiv.

Die Arkadenbögen sind durch doppelte Steinlagen betont und mit dem Beton der Pfeiler verzahnt. Die in der Achse der Bögen stehenden Fenster sind schwach spitzbogig ausgebildet, ihre spezielle Form erhalten sie durch die getreppte Leibung und die deutlich überhöhten, gezackten Spitzbögen. Die Fenster in den Seitenschiffen dagegen sind klein und haben die Form eines gestreckten Sechsecks. Am Triumphbogen ist auf der rechten Seite die Kanzel und auf der linken ein Podest gemauert das heute eine neuzeitliche, holzgeschnitzte Marienfigur trägt. Der Schalldeckel der Kanzel ist ebenso wie der obere Abschluss der Brüstung aus Naturstein und trägt die Inschrift "SELIG SIND DIE GOTTES WORT HÖREN UND BEFOLGEN".